

Bilderausstellung von Franz Bodner Schweigl
Vom 3. September bis 22. Oktober zeigt der Eppaner Maler Franz Bodner Schweigl in der Bibliothek Eppan eine Auswahl seiner Landschaftsbilder in Öl auf Leinwand.
Dazu veröffentlichen wir einen Beitrag von Pravu Mazumdar:
Ein Bilduniversum
Jede Kunst hat ihre eigene Obsession. Franz Bodners Leidenschaft bezieht sich auf die Spannung zwischen Unten und Oben. Mit dieser Spannung vibriert jedes seiner Bilder bis in die einzelne Pinselführung hinein. Die malende Hand wird gleichsam von einer unsichtbaren Kraft aufgeworfen, nur um zu fallen und erneut – gemäß einer komplexen Musik des Auf- und Abstiegs – langsam in die Höhe getrieben zu werden.
Gleichzeitig wird die unsichtbare Kraft der Vertikalität in den zahllosen Spuren dieses rhythmischen Aufstiegs sichtbar. Jeder einzelne Pinselstrich birgt in seiner Dehnung ein Bruchstück der Vertikalen, einen winzigen Pfeil, der auf dem Weg nach oben die Spannkraft der Transzendenz anzeigt.
Das Bilduniversum Franz Bodners ist also durchzogen von den Kraftlinien der Transzendenz, die sich manchmal verdichten, manchmal auflockern. In ihrer Dichte lassen die Pinselstriche die Vertikale der Bäume in Erscheinung treten. Da aber, wo sich die Kraftlinien auseinander dehnen im Hohlraum der Pause oder der Erholung von den Stromlinien der Transzendenz, erscheint wie ein Negativ des Baumes, die menschliche Figur und mit ihr die ganze Bandbreite der menschlichen Welt zwischen einem ikonenhaften Oben und einem Unten der erotischen Erniedrigung. Diese Fluktuation in der Dichte der Pinselstriche, die die Bildfläche zwischen Mensch und Natur gliedert, macht es unmöglich, die Bilder in der üblichen Weise als abstrakt oder figürlich einzuordnen.
Bild: Franz Bodner Schweigl: Die roten Birken, Öl auf Leinwand, 2003
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